Sportabzeichen

ab 2013

Die Reform

2013 wird das Deutsche Sportabzeichen 100 Jahre alt. Pünktlich zum runden Geburtstag wurde der Leistungskatalog des Fitnessorden grundlegend überarbeitet und modernisiert. Mit Beginn des Jubiläumsjahres gelten ab dem 1. Januar die neuen Leistungsanforderungen und Rahmenbedingungen. Akteure rund um das Deutsche Sportabzeichen können sich innerhalb dieser Rubrik über den Reformprozess informieren. Sie finden hier Materialien wie Prüfungswegweiser und Leistungstabellen, aber auch Hintergrundberichte, Interviews, Meinungen und Aktuelles rund um die Neuausrichtung.

Was ist neu am reformierten Deutschen Sportabzeichen? Welche Überlegungen und Recherchen sind der Reform vorangegangen? Wie waren Vereine und Verbände in den Verlauf des Reformprozesses eingebunden?

In einer Vielzahl von Gremien, Workshops und persönlichen Gesprächen am Rande konnten zahlreiche Anregungen aufgenommen und in das Reformkonzept eingearbeitet werden. Hierbei wurde deutlich, welche Bestandteile der Reform besonders erklärungsbedürftig sind. Unter „Fragen und Antworten“ sind darum Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen (FAQs) zusammengestellt. Mit einer transparenten Darstellung auf diesen Seiten möchte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) für einen einheitlichen Wissensstand auf allen Ebenen des Sportabzeichen-Systems sorgen und somit zu einer hohen Akzeptanz der gesamten Reform beitragen.

Weitere Informationen zum Reformprozess folgen: Neuigkeiten zum Thema, aktuelle Artikel, Interviews mit prominenten Fürsprechern und Unterstützern des Deutschen Sportabzeichens sowie ein Bericht über das reformierte Sportabzeichen im Praxistest. Es lohnt sich also auch zukünftig, diese Rubrik zu besuchen.

Hintergründe

In den letzten beiden Jahrzehnten hat eine Vielzahl von Anpassungen und Überarbeitungen dazu beigetragen, das Profil der Marke Deutsches Sportabzeichen als Leistungsabzeichen zu verwässern. Das Bedürfnis, vermeintlichen Trends zu folgen, ging auf Kosten klarer Strukturen und eindeutiger Positionierung des Sportordens.

Zweifelsfreie Zuordnung von Disziplinen zu motorischen Grundfähigkeiten war vielfach nicht mehr möglich; auch eine einheitliche Leistungsanforderung über alle Einzeldisziplinen hinweg war nicht mehr nachvollziehbar – so waren zum Beispiel nach sportwissenschaftlicher Erkenntnis Einzelanforderungen zum Teil zu niedrig, andere wiederum zu hoch angesetzt.

Darüber hinaus sind 75 Prozent derer, die das Deutsche Sportabzeichen ablegen, Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig haben die Prüfer ein hohes Durchschnittsalter. Die mangelnde Nachfrage im Altersmittelbau warf die Frage auf, wie das Deutsche Sportabzeichen für Erwachsene attraktiver gestaltet werden kann.

Kritische Analysen und Bestandsaufnahmen bestätigten die Notwendigkeit, den Sportorden einer grundlegenden Überarbeitung zu unterziehen und ihm damit wieder einen eindeutigen und unverwechselbaren Markenkern zu geben, der ihn auch für neue Zielgruppen attraktiv und somit zukunftsfähig macht.

Eine punktuelle Veränderung und Anpassung kam angesichts der vielfältigen Problemlagen und der Notwendigkeit, den Leistungskatalog einer Straffung und klaren Systematisierung zu unterziehen, nicht mehr in Frage. In enger Abstimmung mit Landessportbünden und Spitzenverbänden wurde der Leistungskatalog mit Unterstützung der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaft der Technischen Universität München (TUM) einer grundlegenden Reform unterzogen:

Neuausrichtung

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen, insbesondere den Landessportbünden und -verbänden und den Spitzenverbänden Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV), Deutscher Turner-Bund (DTB), Deutscher Schwimm-Verband (DSV) und Bund Deutscher Radfahrer (BDR), eine umfassende Reform des Deutschen Sportabzeichens initiiert. In enger Abstimmung und auf Grundlage einer Beschlussfassung der DOSB-Mitgliederversammlung als höchstem Gremium des organsierten Sports in Deutschland wurden Veränderungen am Deutschen Sportabzeichen vorgenommen.

Die augenfälligsten Veränderungen des reformierten Deutschen Sportabzeichens sind die Ausrichtung des Fitnessordens an drei Leistungsstufen und die Reduzierung auf vier Disziplingruppen, orientiert an den motorischen Grundfähigkeiten Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination. Das Deutsche Sportabzeichen setzt durch die drei Dreistufigkeit Bronze, Silber und Gold auf den Anreiz zur Vorbereitung und Leistungssteigerung durch regelmäßiges Training sowie durch den kumulativen Charakter (Abzeichen mit Zahl) auf Sporttreiben über alle Altersstufen hinweg. Der Nachweis der Schwimmfertigkeit bleibt, wie auch bisher, obligatorische Voraussetzung für den Erwerb des Deutschen Sportabzeichens.

Für das Prüfen der motorischen Grundfähigkeiten stehen die vier Sportarten Leichtathletik, Gerätturnen, Schwimmen und Radfahren zur Verfügung. Die Einzeldisziplinen wurden nach dem Überwiegenheitsprinzip (Frage: Welche Disziplin prüft überwiegend welche motorische Grundfähigkeit?) den vier Disziplingruppen zugeordnet.

Außerdem sind neue Altersgruppen hinzugekommen. so wurde im Erwachsenenbereich (die Altersklasse „ab 80“ wurde ersetzt durch: 80-84, 85-89, ab 90 Jahre). Im Kinder- und Jugendbereich kam die Altersklasse „6/7 Jahre“ hinzu.
Die Mitgliedsorganisationen des DOSB haben die Möglichkeit, sich über eigene sportartspezifische Abzeichen am Sportabzeichen-System zu beteiligen. Mit jedem anerkannten Verbandsabzeichen wird die Leistung in Gold nachgewiesen. Für das Deutsche Sportabzeichen anerkannt werden nur die im laufenden Jahr erworbenen Verbandsabzeichen und es kann nur eine Gruppe durch ein verbandsspezifisches Abzeichen kompensiert werden.

Weitere Informationen zur Neuausrichtung finden Sie unter „Fragen und Antworten“ und unter „Materialien“ oder unter diesem Link des Sportabzeichentreffs Marburg

Zentrale EDV

Der Deutsche Olympische Sportbund und die Landessportbünde haben sich auf eine standardisierte Form der Datenerfassung verständigt. Das heißt, ab 2013 werden alle Daten zum Deutschen Sportabzeichen einheitlich erfasst und auf einer gemeinsamen Datenbank abgelegt. Dabei werden 13 der 16 Landessportbünde ein gemeinsames Programm verwenden. Die anderen 3 Landessportbünde hatten entweder bereits in alternative Systeme investiert oder grundsätzlich andere Eingabelösungen favorisiert.

Unabhängig von der Eingabeplattform erhalten im Laufe des Jahres DOSB, Landessportbünde und Kreissport- und Stadtsportbünde eigene Zugriffsrechte auf den zentralen Server.

Die standardisierte Datenerfassung soll eine höhere Effizienz bewirken und eine einfachere Handhabung gewährleisten, wenn es zum Beispiel um das Extrahieren von statistischen Daten geht.

Die gemeinsame Software basiert auf dem Programm des LSB Niedersachsen. Altdaten werden, soweit das möglich ist, übernommen. Das Programm befindet sich derzeit im Testlauf und wird ab dem 1. Januar 2013 nutzbar sein.

 

 
 
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