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veröffentlicht am 01.08.2012

Diese Gefahren lauern im www

auch für Vereine

Spams, Trojaner, Viren und Co. auf der einen, unzureichendes Know-how in Sachen Internetrecht auf der anderen Seite: Im World Wide Web lauern viele Fallen, in die Vereine tappen können. Damit bringt man unter Umständen nicht nur den Verein in Gefahr, möglicherweise bekommen auch ehrenamtlich engagierte Mitglieder Schwierigkeiten. Das gilt es zu verhindern!
Recht und Unrecht im World Wide Web
Ein ehrenamtlicher Geschäftsführer eines Sportvereins ist wütend. Ihm flatterte eine Abmahnung einschließ-lich einer saftigen Rechnung ins Haus. Der Grund: Der Verantwortliche für den Webauftritt des Vereins hatte die Wegbeschreibung zum Vereinsheim gelöscht und stattdessen einen Routenplaner auf der Internetseite eingebunden. Was hinter der guten Absicht steckt, hat sich jetzt als Stolperfalle erwiesen. Der Einsatz dieses Routenplaners auf der Vereinsseite ist rechtswidrig. Dagegen gehen Urheber der Software und dessen Rechtsanwalt jetzt vor. In diesen „Hinterhalt“ ist übrigens schon mehr als ein Verein getappt: Routenplaner werden im Internet angeboten und anschließend mittels Suchmaschinen aufgespürt. Wer das Produkt widerrechtlich nutzt, wird zur Kasse gebeten. Da schützt auch Unwissenheit nicht!
Die vereinseigene Homepage
Eine Homepage ist mittlerweile für jeden Verein ein wichtiges PR-Instrument. Da viele Vereine die mit der professionellen Erstellung verbundenen Kosten nicht tragen können, werden Webseiten häufig ehrenamtlich angefertigt.
Vordefinierte Vorlagen machen es dem Anwender leicht, attraktive Seiten ohne Programmierkenntnisse zu gestalten – einige wenige Mausklicks und der Verein ist im weltweiten Datennetz präsent.
Achtung: Was das Know-how in rechtlichen Fragestellungen rund um das Internet anbelangt, gibt es häufig Wissensdefizite, die den Verein bzw. den Vorstand möglicherweise teuer zu stehen kommen.
Die einfache Möglichkeit, Inhalte in Form von Datenmaterial aus dem Netz zu laden, lässt viele Anwender vergessen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum und auch kein Selbstbedienungsladen.
Ein Mindestmaß an Rechtskenntnissen ist deshalb dringend geboten, wenn man im Internet aktiv ist. Auch wenn es unbequem ist, sollten Verantwortliche das Webangebot sorgfältig überprüfen und sich davon überzeugen, dass es in keiner Hinsicht gegen das Gesetz verstößt. Das mag zwar unangenehm und unbequem sein, spart aber letztendlich u. U. eine Menge Ärger und Kosten.
Die häufigsten Fallen:
Missachten von Urheberrechten
Im Internet gibt es eine große Auswahl an Bildern. Auch wenn das Musikinstrument oder der Tennisschläger noch so gut auf die Homepage passen, überprüfen Sie, ob es hierfür ein sogenanntes Copyright gibt (das ist übrigens i. d. R. der Fall!). Wer immaterielle Rechte an geistigen Werken – dazu gehören auch Bilder – missachtet, kann zu einer satten Zahlung herangezogen werden.
Fehlendes Impressum
Internetseiten ohne Impressum sind nicht erlaubt. Im Impressum müssen Sie angeben, wer für den Inhalt des Webauftritts rechtlich verantwortlich ist. Ein fehlendes oder unvollständiges Impressum kann für den Verein böse Konsequenzen haben. Außerdem wichtig: Nur ein aktuelles Impressum entspricht den Anforderungen es Gesetzgebers.
Missachten von Persönlichkeitsrechten
Wer eigene Fotos schießt und glaubt, auf der sicheren Seite zu sein, irrt. Sollen Fotos ins Netz gestellt wer-den, auf denen Personen abgebildet sind, gilt Folgendes: Diese Fotos dürfen nur veröffentlicht werden, wenn die Personen damit einverstanden sind. Eine ungefragte Veröffentlichung von Fotos, auf denen Dritte z. B. auf Partys abgelichtet sind, verletzen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. „Opfer“ können rechtlich gegen den Missbrauch vorgehen.
Plagiate
Auch für Texte gelten Urheberrechte. Wer die Erklärung für Fachbegriffe, wie z. B. „Abseits im Fußball“, von Dritten abschreibt, macht sich strafbar! Das Austauschen einzelner Wörter reicht nicht aus. Jeder muss seine Texte selbstständig formulieren.
Auf der sicheren Seite in Sachen Copyright sind alle, die folgenden Grundsatz berücksichtigen: Webinhalte sind grundsätzlich urheberrechtlich geschützt. Dazu ist kein expliziter Hinweis des Urhebers notwendig. Wer fremde Inhalte verwenden möchte, benötigt die Erlaubnis des Rechteinhabers. Ausnahmen gelten lediglich für sogenannte Open Contents, sprich „freie Inhalte“.
Hoffnung, nicht erwischt zu werden, sollte sich keiner machen: Inhalte, die jeder im „WWW“ sehen kann, sind dank ausgezeichneter Suchmaschinen recht einfach aufzuspüren. Dementsprechend ist es ebenso simpel, diese Rechtsverstöße zu verfolgen.
Lästige Spammer
Max Maier, Kassierer eines Sportvereins, wundert sich: Seit einigen Wochen erhält er täglich zahlreiche unerwünschte E-Mails. Gerade öffnet er den Anhang einer elektronischen Nachricht, als seine kleine Tochter in den Raum kommt. Auf dem Bildschirm erscheinen „nackte Tatsachen“. Das ist Maier sehr unangenehm. Einen Spamfilter hat er nicht auf seinem Rechner installiert. Bislang ist er von Spams weitgehend verschont geblieben, da er mit der Weitergabe seiner E-Mail-Adresse sehr vorsichtig ist.
Der Grund für die plötzliche Nachrichtenflut: Auf der Vereinshomepage werden seit Neustem alle E-Mail-Adressen der Vorstandsmitglieder veröffentlicht. Was man dabei nicht bedacht hat ist folgendes: Sogenannte Robots durchforsten das gesamte Internet nach E-Mail-Adressen. Sie suchen in Quelltexten von Webseiten nach Klammeraffen (@) oder dem Begriff „mailto“. Im Klartext heißt das: Nicht nur Personen, die aktiv eine Adresse weitergeben, werden von Spammern belästigt, sondern alle, an deren Adresse die Versender von Spams in irgendeiner Form gelangen.
Zur Information: Für den Absender der lästigen Nachrichten spielt es so gut wie keine Rolle, ob er Schreiben an 1.000 oder 1.000.000 Adressen verschickt. Die Möglichkeit, nahezu zum Nulltarif Werbung zu übertragen, führt zu Massen-Mailings, überflutet unsere elektronischen Postkästen und behindert den komfortablen Umgang mit geschäftlichen und privaten Mails.
Tipp: Um Vorstandsmitglieder und andere Personen im Verein zu schützen, sollten E-Mail-Adressen als Grafik auf Internet-Seiten eingebunden werden. Damit sind die Informationen für die Besucher des Webangebots sichtbar, Robots hingegen haben keine Chance, die E-Mail-Adressen automatisch abzugreifen.
Spams sind nicht nur lästig, sie haben häufig auch ungebetene Gäste in Form von Spionen, Abzockern, Schädlingen und Co. im Gepäck. Diese Mail-Anhänge wiederum bilden eine ernsthafte Gefahrenquelle für den Empfänger. Da der Gesetzgeber nicht in ausreichendem Maße vor Spams schützt, müssen Anwender selber die Initiative ergreifen, damit sie von Spams verschont werden.
Die häufigsten Gefahren
Hier ein kurzer Überblick über die gefährlichsten E-Mail-Anhänge:
Dialer
Einwahlprogramme, mit deren Hilfe Dienstleistungen im Internet abgerechnet werden können. Für User betroffener Rechner kann das teuer werden!
Viren
Programme, die sich i. d. R. selbst reproduzieren und großen Schaden anrichten können, z. B. Daten beschädigen oder löschen.
Würmer
Ähneln Viren, basieren jedoch auf anderen Techniken.
Trojaner
Programme, die sich als hilfreiche Anwendung tarnen, aber in Wirklichkeit andere Funktionen ausführen, die nichts Gutes im Sinn haben.
Spyware
Software, die in anderen Anwendungen versteckt wurde und den Rechner des Anwenders ausspioniert. Der User merkt i. d. R. nicht, dass der Rechner befallen ist. Auf diese Weise können unentdeckt Zugangscodes etc. ausgespäht werden.
Hoax
Falschmeldung, die häufig sogar vor einem Virus warnt, um Computeranwender auf eine falsche Fährte zu locken. Unerfahrene Anwender, die diesen Mails Glauben schenken, leiten diese i. d. R. an Freunde und Bekannte weiter. Dadurch ist für eine schnelle Verbreitung gesorgt!
Phishing
Versuche, über gefälschte www-Adressen an Daten des Internet-Benutzers zu gelangen.
Vereine, die über ein eigenes Büro verfügen, sollten sich unbedingt mit einem Spam-Filter schützen. Dabei handelt es sich um ein Computerprogramm, das Spams erkennt und diese filtert. Auf diese Weise bleiben Sie von den überflüssigen Mails weitestgehend verschont. Darüber hinaus sollte ein sorgfältiger Umgang mit der Weitergabe der E-Mail-Adresse selbstverständlich sein.
Quelle: Susanne Kowalski, veröffentlicht auf www.verein-aktuell.de
 
 
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